[04.06.2010]
Kirche darf sich nicht aus den Hochschulen zurückziehen
Das Forum Hochschule und Kirche (FHoK), die bundesweite Dachorganisation der katholischen Kirche für deren Präsenz an den Hochschulen, ist irritiert über das gestern vom Trierer Generalvikariat veröffentlichte Haushalts-Konsolidierungskonzept. Das Konzept sieht die komplette Schließung der Hochschulgemeinden in Trier, Koblenz und Saarbrücken vor. Das FHoK ist bereit, dem Bistum Trier seine fachliche Unterstützung anzubieten, um gemeinsam mit den Hochschulgemeinden vor Ort realistische Einsparungen zu erzielen, ohne auf eine wirksame und qualifizierte Präsenz der Kirche an den Hochschulen zu verzichten.
„Einen solchen Sparvorschlag, der die Streichung der gesamten Präsenz der Kirche an den großen Hochschulen in einem Bistum vorsieht, hat es bisher noch nicht gegeben. Wir sind einigermaßen entsetzt über das Signal, das bei einer Realisierung dieser Pläne an die Hochschulen, an die Landespolitik und vor allem auch an die Studierenden und Dozierenden gesendet würde“, sagt Hochschulpfarrer Jürgen Weber, der 1. Vorsitzende des Forum Hochschule und Kirche e.V. (FHoK). „Die katholischen Bistümer sind nach den Vorgaben des kanonischen Rechtes verpflichtet, für die ‚Seelsorge an den Studierenden’ Hochschulzentren zu unterhalten“, betont Matthias Haas, Vorsitzender der Konferenz für Katholische Hochschulpastoral (KHP), der berufsständischen Organisation aller Hochschulseelsorger in Deutschland. „Ein Rückzug auf eine reine gottesdienstliche ‚Versorgung’ katholischer Studierender an den Hochschulen würde die in den letzten Jahren so erfolgreich aufgebaute Präsenz der Kirche an den Hochschulen praktisch zunichte machen. Sie bedeutete auch das Aus für einen wirkungsvollen Dialog zwischen Kirche und Wissenschaft“, ist Jürgen Weber überzeugt. Andreas Fuhrmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH), ergänzt: „Wir erreichen in den Hochschulgemeinden mit unseren breiten und qualifizierten Angeboten mehrere zehntausend Studierende und Nachwuchswissenschaftler. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Kirche auf dieses Zukunftspotential verzichten will. In Zeiten der Studienverdichtung und zunehmenden Belastung für Studierende und Lehrende und bei einer zunehmenden Präsenz von christlichen und nichtchristlichen religiösen Bewegungen an den Hochschulen kann sich unsere Kirche doch nicht einfach von den Hochschulen verabschieden!“ Das Forum Hochschule und Kirche bietet gemeinsam mit AKH und KHP dem Bistum Trier und den Mitwirkenden in dessen Hochschulgemeinden jede erdenkliche fachliche Unterstützung an, um angesichts der unausweichlichen Sparzwänge des Bistums tragfähige Konzepte für eine redimensionierte Hochschulpastoral zu entwickeln, die eine wirkungsvolle und qualifizierte Präsenz der Kirche an den großen Hochschulen im Bistumsgebiet und den Dialog zwischen Kirche und Wissenschaft weiterführt.
Für Interviews oder Hintergrundgespräche stehen Ihnen folgende Personen zur Verfügung:
- Hochschulpfarrer Jürgen Weber, Mannheim, 1. Vorsitzender des FHoK: (0179) 595 46 18
- Hochschulseelsorger Guido Groß, Koblenz: (0179) 260 58 25
- Geschäftsführer Dr. Lukas Rölli, Bonn: (0163) 339 23 67
Abbildung: Eingang zur Kapelle der Katholischen Hochschulgemeinde mitten auf dem Campus der Universität Regensburg (Foto: Rölli)
10_101_PM_BistumTrier_final.pdf [24.92 KB]Die Pressemitteilung des Forums zur den Trierer Beschlüssen
Am Sonntag, 6. Juni 2010, berichtete der WDR 5 in der Sendung "Diesseits von Eden" über die Sparpläne des Bistums Trier und brachte ein Interview mit Hochschulpfarrer Jürgen Weber, dem 1. Vorsitzenden des Forums Hochschule und Kirche. Das Interview ist unter folgendem Link hörbar oder herunterzuladen (2. Bericht in der Sendung).








